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Erläuterungen zum Pontoniersport

Schiffer, Treidler, Flösser und Fischer übten vor langer Zeit ihre Tätigkeit mit Holzbooten auf dem Wasser aus. Inzwischen besteht kaum noch Bedarf an ihren Diensten und die Boote sind zu Sport- und Wettkampfgeräten der derzeit rund 3000 Pontoniere geworden.

 

41 Sektionen

sind es heute, zusammengeschlossen zum Schweizerischen Pontonier-Sportverband, die diesen schweisstreibenden Sport mit den 9 Meter langen und rund 500 kg schweren Kunststoffbooten ausüben. Nebst der Schweizer Meisterschaft, welche jedes Jahr ausgetragen wird, findet im Turnus von drei Jahren jeweils das «Eidgenössische» statt.

 

Kategorien

Gekämpft wird in verschiedenen Kategorien, Jungpontoniere fahren mit dem Weidling in den Kat. 1 (12 bis 14-jährig), Kat. 2 (15 bis 17-jährig), Kat.3 (18 bis 20-jährig). Der Weidling, ebenfalls aus Kunststoff, ist hinten und vorne aufgezogen und etwas schmaler und leichter als das Übersetzboot. Die Aktiven unterteilen sich in 3 Kategorien: Aktive Kat. C (20 bis 42-jährig), Senioren Kat. D (ab 42-jährig) und Kat. F (Frauen). Jeweils zwei Wettkämpfer bilden einen Fahrtrupp. Steuermann und Vorderfahrer sind ein Team, welche mit Stachel und Ruder die einzelnen Posten des ausgesteckten Parcours nicht nur exakt, sondern auch grösstenteils auf Zeit zu durchfahren hat.
Gute Kondition und durchtrainierte Zusammenarbeit der beiden Partner ist dabei von ausschlaggebender Bedeutung. Im Gegensatz zu anderen Sportarten, wo Punkte erkämpft werden müssen, ist dem Pontonier beim Start die Maximalpunktezahl gutgeschrieben. Ein gut geschultes Kampfgericht verteilt nun z.B. für unkorrekte Landungen, ungenaues Fahren, überschrittenen Zeitlimiten usw. Abzugspunkte, sodass jenes Fahrerpaar, welches die höchste Gesamtpunktzahl erreicht zum Sieger erkoren wird.

 

Geschicklichkeit & Wasserkenntnis

Nebst Kraft und Kondition sind auch Geschicklichkeit und genaue Kenntnisse des Wassers unerlässlich, welche nur durch jahrelanges Üben und mit vielen Erfahrungen erworben werden können. So ist es denn auch nicht verwunderlich, dass der Vater mit seinem Sohn im gleichen Schiff stehen kann. Ungestüme jugendliche Kraftund abgeklärte Erfahrung ergänzen sich so auf ideale Weise. Der Pontoniersport kann während Jahrzehnten ausgeübt werden, und auch mit vierzig Jahren gehört man noch nicht zum alten Eisen. Jung und alt bildet zusammen die Grundlage für die sprichwörtliche Pontonierkameradschaft.

 

Einzel- & Sektionsfahren

Das «Eidgenössische»‚ wird als Einzel- und Sektionswettfahren durchgeführt. Das Einzelwettfahren erfolgt paarweise, während beim Sektionsfahren vier Mann, also zwei Fahrtrupps im Schiff sind, die sich gegenseitig ablösen. Dabei wird die Sektion vom Fahrchef geleitet.
Beim Einzelwettfahren wird das Boot von zwei Pontonieren manövriert. Die wesentlichen Übungsteile bei einem Einzelwettfahren sind:
– Stachelfahrt
– Abfahrt unterhalb einer «Stange» oder eines «markierten Felsens»
– Einfahren in «Brückenlinie»
– Durchfahrt zwischen markierten Brückenpfeilern
– Landung auf ein bestimmtes Ziel
– Landung auf höchstes Ziel (möglichst hoch am Gegenufer landen)


Bei Sektionswettfahren kommen noch eine gemeinsame Stachelfahrt und ein Übersetzen in Linie dazu. Bei diesen Phasen wird auch die Zusammenarbeit der ganzen Sektion beurteilt. Eine Gruppe besteht aus mindestens drei, höchstens aber fünf Schiffen. Grössere Sektionen fahren deshalb in mehreren Gruppen.
Wie attraktiv der Pontoniersport ist, zeigen weitere Spezialwettkämpfe, welche heute an Eidgenössischen Wettfahren ebenfalls ausgetragen werden.

Bootfähren-Bau

Erstellen einer Bootsfähre über den Fluss mit einer Gruppe von 9 Mann, auf Zeit und ohne Fehler.

Einzelschnüren

Absolvieren eines vorgegebenen Parcours mit verschiedenen Knoten auf Zeit und ohne Fehler.

Objektschnüren

Erstellen eines Schnürobjektes in der Gruppe à 3 Mann auf Zeit und ohne Fehler.

Schwimmen

200m Freistil

Kranzabzeichen

Gekämpft wird um Gold-, Silber- und Lorbeerkranz in der Sektionswertung. Von den Fahrtrupps erhalten die besten 25% aller Kategorien die begehrte Kranzauszeichnung.

Aktualisiert (Samstag, den 21. Januar 2012 um 12:13 Uhr)

 
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